Trainingsbekleidung und Material

Shinaipflege

Shinaipflege

Die regelmässige Pflege der eigenen Shinais ist ein wichtiger Punkt für die eigene, und auch die Sicherheit der Trainingspartner. Zudem erhöht es grundsätzlich die Lebensdauer der Shinais und kommt dem eigenen Geldbeutel zu Gute. Sollte man während dem Training einen Defekt am Shinai feststellen, so muss man umgehend das Training unterbrechen (Rechte Hand heben und erklären was los ist) und das Shinai wechseln. Darum ist es wichtig, immer tadellose Shinais zu haben und die
Pflege nicht erst vor Turnieren durchzuführen! Hier ein paar Hinweise, auf was geachtet werden muss:

Bambuslamellen

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  • Den Bambus auf Risse, Absplitterungen und Bruchstellen überprüfen. Dabei kann mit dem Daumen auf eine Lamelle gedrückt werden, um sämtliche Lamellen zu spreizen und die Kanten besser sehen zu können. Eine andere Möglichkeit ist das Shinai komplett zu demontieren.
  • Nicht mit dem Finger auf dem Bambus hin und her fahren! Auf diese Weise holt man sich nur splitter ein. Man kann mit einem Lappen den Bambus abfahren und merkt so, wo Splitter und rauhe Stellen sind, ohne sich zu verletzen.
  • Kleine Splitter können mit Schleifpapier oder einem Shinaimesser entfernt werden.
  • Um die Haltbarkeit des Bambusses zu verlängern sollte er von Zeit zu Zeit eingeölt werden, um ein Austrocknen zu verhindern. Dafür können sowohl pflanzliche (z.B. Olivenöl), wie auch industrielle Öle (z.B.Nähmaschinenöl, WD40) verwendet werden. Probiert verschiedene Öle aus. Einfach eine kleine Menge auf einen Lappen geben und die Streben mit einem Film Öl versehen.
  • Karbonshinais sollten ebenfalls auf Risse untersucht werden.
  • Theorie_Mat-24Aus verschiedenen Shinaistreben können neue Shinais zusammengestellt werden. Man sollte darauf achten, dass die Streben eine einheitliche Form produzieren, einen angenehmen Griff ergeben und die Knoten des Bambusses etwa auf gleiche Höhe sind. Man kann mit einer feinen Säge oder einem Messer am unteren Ende der Streben neue Kerben ziehen, um das Cigiri (Metallplättchen im Griff) anzupassen.

Lederteile

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  • Die Sakigawa (Lederspitze) sollte auf Verletzungen wie Löcher oder Risse untersucht werden und gegebenenfalls ersetzt werden.
  • Theorie_Mat-26Das Nakayui (Lederbändel) sollte auf Verletzungen untersucht werden. Das Nakayui sollte regelmässig nachgezogen und neu gebunden werden, da sich das Leder mit der Zeit dehnt. Der Knoten sollte die Streben nicht ineinander drücken, jedoch auch bei manuellem Drehen nicht verrutschen. Man sollte das Shinai satt umwickeln ohne die Streben zusammenzudrücken und vor allem die ersten beiden Schlaufen des Knotens satt ziehen. Auf diese Weise verrutscht das Nakayui nicht.
  • Die Tsukagawa (Ledergriff) sollte ebenfalls auf Verletzungen kontrolliert werden. Zudem kann der Griff durch viele Trainings verrutschen. Die Naht sollte idealerweise mittig auf der oberen Strebe liegen.
  • Theorie_Mat-28Die Tsuru (Schnur) sollte auf Risse kontrolliert werden und regelmässig nachgezogen werden. Die Tsuru soll straff sein, jedoch das gesamte Shinai bei zu viel Zug nicht krümmen.

Quellen:

  • Beginner Booklet Mumeishi Kendo Club, 2014.
  • Japanese – English Dictionary of Kendo: All Japan Kendo Federation. Tokyo, 2000.
  • Kotaro Oshima et. al: Kendo. Lehrbuch des japanischen Schwerkampfes. Berlin: Weinmann, 2004.

Abbildungen aus:

  • Beginner Booklet Mumeishi Kendo Club, 2014.

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